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Lärmschutzwand Theodor-Körner-Hof | drucken |

Als Siegerprojekt wurde jenes von Arch. Dipl.-Ing. Andreas Treusch in Zusammenarbeit mit dem Büro RWT plus ZT GmbH, Dr. Woschitz, für die Tragwerksplanung ausgelobt.

Wie auch in einigen anderen Wettbewerbsprojekten war in diesem ersten Entwurf eine durchgehende Wand, beginnend ab der Ortsnummer 62 bis zur Ortsnummer 74, vorgesehen, welche auch vor den Stirnseiten der Häuser und über die Leopold-Rister-Gasse durchgehend geplant war.
In der weiteren Projektentwicklung erfolgte ein Massen- und Kostenvergleich, welcher nochmals für alle Projekte durchgeführt wurde und einen neutralen Ansatz der Massen und Einheitspreise berücksichtigt hat. Auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Projekte wurden nochmals gegenübergestellt.
Unter Berücksichtigung dieser Unterlagen erfolgte eine nochmalige Bestätigung des Projektes Architekt Treusch durch den Bauherrn, wobei für die weitere Bearbeitung die Einhaltung eines Kostenrahmens vorgegeben wurde.

Die Optimierung des Projektes ergab darauf aufbauend statt der Ausführung der Lärmschutzwand vor den bestehenden Häusern, den Einbau von Lärmschutzfenstern in den Stirnseiten (sofern nicht schon vorhanden) sowie den vorläufigen Entfall der Überbauung der Leopold-Rister-Gasse, welche aber später optional möglich ist.
Die Lärmschutzwand wird im Grundriss fächerförmig ausgebildet. Sie springt über den Gehsteig des Margaretengürtels trapezförmig vor und ist zum Matzleinsdorfer Platz orientiert. Die Wandhöhe beträgt etwa 18 m und orientiert sich an der Traufenhöhe der bestehenden Häuser.
Insgesamt wurden 5 einzelne Lärmschutzwände ausgeführt, welche die Innenhöfe des Theodor-Körner-Hofes sowie das zurückgesetzte Hochhaus gegen den Margaretengürtel abschirmen. Die Beobachtungen vor Ort bestätigen die Wirksamkeit des Lärmschutzes nachdrücklich.

Als statisches System wurde ein räumlicher Trägerrost, mit liegenden schwertförmigen Vierendeel-Trägern, entwickelt. Die Vertikallast wird ausschließlich in die eigens errichtete Pfahlfundierung eingeleitet, die Horizontalkräfte in die bestehenden Häuser und in die Fundierung.
Im Zuge der Ausführungsplanung erfolgte eine weitere Detaillierung der Knotenausbildung, insbesondere der Anbindung an die bestehenden Gebäude. Dabei wurde auf die schalltechnische Entkoppelung, die Aufnahme der Längsdehnungen und die Einleitung der Kräfte besonderes Augenmerk gelegt.
Zur Abklärung der aufnehmbaren Kräfte wurde ein Großversuch gefahren, bei dem die je Riegel auftretende Kraft unter Traglast in einen Deckenrost eingeleitet wurde. Die Versuchsergebnisse haben die Rechenansätze voll bestätigt.
Weiters wurde für den Zusammenbau ein Stecksystem entwickelt. Die Konstruktion kann in Einzelteilen angeliefert und mit Einschüben und Dornen verbunden werden. Baustellenschweißungen entfallen damit.
Auch die Massen- und Steifigkeitsverteilung in der Wand wurde verfeinert. Das Ende der auskragenden Schwerte wurde mit Seilen hochgehängt und die unterste Stützenreihe auf Anprall bemessen.
Neben den erforderlichen Nachweisen zur Stahl- und Glaskonstruktion wurde die Ableitung der Horizontalkräfte im Bestand nachgewiesen.
In den Lärmschutzwänden 2, 3 und 4 wird auf der obersten Ebene eine Foto-Voltaik-Anlage integriert. Diese ist in die Verglasung integriert und hat auf die statisch-konstruktive Ausbildung keinen weiteren Einfluss.